1. Unterrichtsplan 1: Die Ziele für nachhaltige Entwicklung und die europäische Identität

Titel der Unterrichtseinheit:
SDGs und europäische Identität

Organisatorische Angaben

Fach/Klasse/Gruppe: Geografie

Datum und Dauer (insgesamt): 45 Minuten

Lehrkraft:

Lernziele

- Kommunikationsfähigkeiten: Die Schüler*innen sollten in der Lage sein, ihre Gedanken und Ideen klar zu formulieren und mitzuteilen.

- Kreativität: Suche nach neuen und innovativen Lösungen für Probleme.

- Problemlösungsfähigkeiten: Die Schüler*innen sollten in der Lage sein, globale Probleme in konkrete Maßnahmen auf lokaler Ebene umzusetzen.

- Zusammenarbeit und Empathie: Die Schüler*innen sollten verstehen, dass das Erreichen der Ziele gemeinsame Anstrengungen erfordert, und Empathie gegenüber Menschen in unterschiedlichen Situationen zeigen.

 

Erfolgskriterien

Die Schüler*innen sollten in der Lage sein, mindestens 5–6 SDGs (Ziele für nachhaltige Entwicklung) zu nennen und mindestens zwei konkrete Beispiele für Maßnahmen im Zusammenhang mit diesen Zielen aus ihrem eigenen Leben anzuführen.

Wichtige Inhalte und Ressourcen

- Konzept der nachhaltigen Entwicklung: Das Gleichgewicht zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten.

- Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen: Die 17 Ziele, die als Rahmen für gemeinsame Anstrengungen zur Bewältigung globaler Herausforderungen dienen.

- Lokales Handeln, globale Wirkung: Die Idee, dass auch einzelne Maßnahmen auf lokaler Ebene zur Lösung globaler Probleme beitragen.

 

Methoden und Gruppenbildung

Einzelarbeit, ganze Klasse, Partnerarbeit, Gruppen (3–5 Personen)..

Unterrichtsablauf
(5 Schritte)

1.       Motivation und Wecken des Interesses: Einführung in das Thema mit Fragen und Beispielen, die für die Schüler*innen relevant und nachvollziehbar sind.

2.       Wissensvermittlung: Vorstellung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung und der grundlegenden Inhalte der SDGs (Ziele für nachhaltige Entwicklung).

3.       Kompetenzentwicklung: Aufgaben stellen (das „Ideenbaum“- und das „Aktionswand“-Projekt), die Kreativität, Problemlösungsfähigkeit und Zusammenarbeit fördern.

4.       Sozialisierungsfunktion: Schaffung von Möglichkeiten für Gruppenarbeit, Kommunikation und gemeinsames Denken.

5.       Feedback und Bewertung: Besprechung der abgeschlossenen Arbeit, Zusammenfassung der individuellen und gruppenbezogenen Ergebnisse sowie Erarbeitung von Möglichkeiten für weitere Maßnahmen.

 

Beschreibung

1. Einleitung

Einführung: Bezug zu globalen Problemen

Aufgabe: Die Schüler*innen erhalten in Gruppen Bilder, die globale Probleme darstellen (Umweltverschmutzung, Wasserknappheit usw.). Die Gruppen definieren das Problem, das sie auf den Bildern erkennen, und vergleichen anschließend gemeinsam ihre Ergebnisse.

 

Anleitung für die Lehrkraft: Die Lehrkraft lenkt die Diskussion mit Fragen:

-         Warum könnte dies ein Problem sein?

-         Wen betrifft das?

-         Warum ist es wichtig, dieses Problem zu lösen?

 

Dauer: 5 Minuten

 

2. Präsentation/Recherche

-         Einführung in neues Wissen: Die SDGs zuordnen (Ziel-Kartenspiel)

-         Materialien: Bereiten Sie 17 Karten vor, eine für jedes SDG, mit dem Symbol des jeweiligen Ziels und einer kurzen, leicht verständlichen Beschreibung.

-         Aktivität: Zeichnen und Erzählen: Die Schüler*innen ziehen eine Karte und erklären, inwiefern diese mit ihrem eigenen Leben zusammenhängt oder wie sich das Ziel ihrer Meinung nach in ihrer unmittelbaren Umgebung widerspiegelt.

-         Beispiel: Beim Ziel „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ können sie über die Qualität des Leitungswassers, die Sauberkeit lokaler Gewässer oder darüber sprechen, wie sie zu Hause Wasser sparen.

 

Dauer: 10 Minuten

3. Anwendung/Übung

Wissensfestigung (Ziel-Problem-Zuordnung)

-         Aufgabe: Verteilen Sie zwei Kartensätze:

-         Erstes Kartenset: Enthält konkrete Probleme, wie z. B. „Auf den Straßen liegt viel Müll“ oder „Im Dorf gibt es nicht genug Ärzte.“

-         Die Schüler*innen müssen die Problemkarten den entsprechenden SDG-Karten zuordnen.

-         Ziel: Die Schüler*innen sollen den Zusammenhang zwischen den globalen Zielen und realen, lokalen Problemen erkennen.

 

Zeit: 10 Minuten

 

4. Individualisierung & Integration

Aktionsplanung und Visualisierung (Ideenbaum-Projekt)

-         Der Baumstamm: Zeichnen Sie einen großen Baum auf ein Blatt Papier und schreiben Sie „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ auf den Stamm.

-         Die Äste: Die Äste stehen für die 17 SDGs und sind mit deren Namen beschriftet.

-         Die Blätter: Schneiden Sie Blattformen aus farbigem Papier aus (bereiten Sie diese im Voraus vor, um während des Unterrichts Zeit zu sparen), und jede/r Schüler*in erhält eines.

-         Die Schüler*innen schreiben auf ihr Blatt, was sie selbst tun können, um dieses bestimmte Ziel zu erreichen. Für den Zweig „Sauberes Wasser und Hygiene “ könnten die Blätter beispielsweise Ideen wie „Ich lasse beim Duschen das Wasser nicht unnötig laufen“ enthalten.

-         Zusammenstellung: Die Blätter werden auf die entsprechenden Zweige geklebt.

-         Ergebnis: Diese visuelle und gemeinschaftliche Aufgabe hilft den Schüler*innen, die Ziele in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Das fertige Werk dient als inspirierende Aktionswand, die die gemeinsamen Anstrengungen für alle sichtbar macht.

 

Dauer: 18 Minuten

5. Rückblick und Auswertung

Fazit und Reflexion

Zwei Sterne und ein Wunsch: Die Schüler*innen nennen zwei positive Aspekte (zwei Sterne) der Unterrichtsstunde bzw. ihrer Arbeit und machen einen Vorschlag („einen Wunsch“), wie diese noch verbessert werden könnte.

 

Dauer: 2 Minuten

Beurteilung

Formative Kontrollen (Beobachtung durch die Lehrkraft)

-       Die Lehrkraft beobachtet: Engagement, Zusammenarbeit und Versuche der Argumentation. Die Lehrkraft vergibt keine Noten, sondern notiert lediglich das Verhalten und reflektiert es gemeinsam mit den Schüler*innen, um Raum für Selbstausdruck zu schaffen.

-       Summative Bewertung

-       Ergebnis: Der Ideenbaum und die Aktionswand als gemeinsames Ergebnis, das an der Klassenwand oder im Flur ausgestellt wird.

-       Ziel: Keine Note, sondern sichtbare Fortschritte und gemeinsame Anstrengungen.

-       Selbst- und Peer-Bewertung durch die Schüler*innen

-       Methode: „Verbindungskreis“

-       Aufgabe: Jede/r Schüler*in wählt eine Aktion aus dem Blatt oder der Idee eines/er anderen Schülers/in aus, von der er glaubt, dass er sie ebenfalls umsetzen könnte.

Ergebnis (kurz): Eine kurze Aussage: „So mache ich mit.“

Differenzierung und Inklusion

-         Expertengruppen-Methode zur Aufteilung der Themenbereiche.

-         Visuelle und akustische Unterstützung: Da die SDGs visuell sehr aussagekräftig sind (Symbole, Farben), sollten die Symbole für die Ziele stets verwendet werden. Lesen Sie die Schlüsselbegriffe laut vor und erklären Sie sie noch einmal.

-         Kurze, klare Anweisungen: Anweisungen sollten sowohl schriftlich als auch mündlich kurz und in Abschnitte unterteilt sein.

-         Paar- und Gruppenarbeit: Setzen Sie leistungsstärkere Schüler*innen (Tutor*innen) in die Gruppen ein, um ihre Mitschüler*innen zu unterstützen. Es ist wichtig, dass dies nicht peinlich ist! Sie können beispielsweise diskret Aufgabenkarten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad verteilen.

-         Zusätzliche Zeit und Hilfsmittel: Gewährt zusätzliche Zeit für die Bearbeitung von Aufgaben oder das Beantworten von Fragen und erlaubt den Einsatz von Hilfsmitteln (z. B. eine Liste mit hervorgehobenen Begriffen, ein Textverarbeitungsprogramm anstelle von Handschrift, einen Taschenrechner für Textaufgaben).

Hausaufgaben / Vertiefung (optional)

 

Anmerkungen / Tipps /  Reflexion

-         Die Altersgruppe der 10- bis 12-Jährigen ist reif genug, um globale Probleme zu verstehen, dennoch ist ein spielerischer, anschaulicher Ansatz weiterhin erforderlich.

-         Indem wir Fragen stellen, beziehen wir die Kinder in den Denkprozess mit ein, und die Diskussion dreht sich sofort um das Wesentliche: Probleme und ihre Lösungen.

-         Die Vorstellung der SDGs ist wie die Vorstellung der Missionen der Superhelden dieser Welt. Jedes Ziel ist eine Mission, die wir erfüllen bzw. lösen müssen.