Zusätzliche Materialien
2. Fallbeispiel 2: Die Schulmensa
An unserer Schule gibt es eine Mensa, in der wir zu Mittag essen. Viele Schüler*innen mögen das Tagesmenü. Linda aber nicht, denn sie ernährt sich vegan! Nicht jeden Tag findet sie in der Mensa ein veganes Mittagessen.
Wir erzählen unseren Freund*innen davon. Einige sagen zu Linda, dass das ganz normal sei, weil es ja nur wenige vegane Schüler*innen gibt. Manche meinen, sie könne sich doch Essen von zu Hause mitbringen. Andere sagen, dass es nicht auf die Anzahl ankommen sollte: Wir sollten unterschiedliche Essgewohnheiten respektieren, und alle Schüler*innen sollten in der Schule ein Mittagessen bekommen können. Wir beschließen, etwas zu verändern.
Zuerst sprechen wir mit Linda und fragen sie, was sie braucht und was sie sich wirklich wünscht. Sie sagt: „Ich möchte einfach mit allen anderen zusammen in der Mensa essen.“
Wir sprechen mit dem Küchenpersonal und bekommen den Speiseplan für den Monat. Wir machen eine Umfrage zu den Essgewohnheiten der Schüler*innen und zählen, wie viele sich vegan oder vegetarisch ernähren. Dabei merken wir: Nicht nur vegane Schüler*innen haben Probleme, sondern auch Schüler*innen mit Lebensmittelallergien, weil die Zutaten nirgends stehen. Wir sprechen auch mit der Schulleitung über das Problem und stellen unsere Lösungen vor:
-
Ein Tagesmenü mit veganen und vegetarischen Gerichten.
-
Eine übersichtliche Tabelle mit den Zutaten der Gerichte für Schüler*innen mit Allergien.
-
Speisepläne und Zutaten werden online gestellt, damit Eltern und Schüler*innen vorher nachschauen können.
Wir sprechen auch mit anderen Schüler*innen und erklären, warum unsere Mensa mehr Auswahl anbieten sollte, auch wenn es nur wenige vegane und vegetarische Schüler*innen gibt. Wir teilen unsere Ideen, und dadurch denken wir auch über andere Probleme an unserer Schule nach.
Nach diesen Veränderungen können wir Gerichte wählen, die am besten zu uns passen. Wir können alle zusammen essen, ohne dass es Durcheinander gibt, und wir lernen etwas Wichtiges: Um alle einzubeziehen, braucht es nicht immer große Ankündigungen. Manchmal reicht es, dafür zu sorgen, dass alle sicher essen und ihr Essen genießen können!
Fragen zum Nachdenken:
-
Was war das Problem an dieser Schule? Warum?
-
Was denkst du über die Ratschläge, die manche Schüler*innen Linda gegeben haben, zum Beispiel, dass es normal sei, weil es nur wenige vegane Schüler*innen gibt, oder dass sie Essen von zu Hause mitbringen könne? Stimmst du diesen Ideen zu? Warum oder warum nicht?
-
Wie kannst du respektvoll mit einer Freundin oder einem Freund sprechen, wenn ihr nicht einer Meinung seid?
-
Lies diesen Satz noch einmal: „Wir teilen unsere Ideen, und dadurch denken wir auch über andere Probleme an unserer Schule nach.“ Erkläre dann, warum es für Bürger*innen wichtig ist, Ideen zu teilen und gemeinsam Lösungen zu finden.
-
Was bedeutet „Inklusion“ an einer Schule?
|
Lernziele |
|
|
Empfohlener Einsatz |
Eignet sich gut als Gruppenaufgabe zum Problemlösen: Jedes Team entwickelt einen eigenen Aktionsplan für Lindas Situation und vergleicht ihn danach mit den anderen in der Klasse. Die Fragen zum Nachdenken passen auch gut für eine schriftliche Reflexion oder einen Beitrag in einem Online-Forum. Lehrkräfte können damit ein größeres Gespräch darüber beginnen, wo die Schüler*innen an ihrer eigenen Schule noch Lücken bei der Inklusion sehen. |