Zusätzliche Materialien

Website: EuroCivic Lab Moodle
Kurs: Das EuroCivic Student Toolkit (DE)
Buch: Zusätzliche Materialien
Gedruckt von: Guest user
Datum: Freitag, 23. Oktober 2026, 18:55

1. Fallbeispiel 1: Sicher oder willkommen?

Als Amir mitten im Schuljahr in die Klasse kommt, wissen die meisten Schüler*innen nur zwei Dinge über ihn: Er kommt aus einem anderen Land und er spricht noch nicht viel.

Einige Lehrkräfte erzählen, dass seine Familie vor einem Krieg geflohen ist und Asyl beantragt hat. Ein paar Schüler*innen helfen ihm, die Klassenräume zu finden, und übersetzen für ihn, wenn sie können. Andere halten Abstand – nicht aus Gemeinheit, sondern weil sie unsicher sind.

Dann erscheint ein Beitrag in einer Social-Media-Gruppe von Eltern aus der Gegend und landet schnell auf den Handys der Schüler*innen:

„Die Schulen sind schon jetzt überfüllt. Warum sollen unsere Kinder wegen der Neuankömmlinge auf etwas verzichten?“

Screenshots machen die Runde. Manche Kommentare sind wütend. Manche sind höflich, aber bestimmt. Ein paar Schüler*innen leiten sie einfach weiter, ohne etwas dazu zu schreiben. Andere fühlen sich unwohl, wissen aber nicht, wie sie reagieren sollen.

Im Unterricht kommt das Thema in einer Stunde über EU-Bürgerschaft und Migration zur Sprache.
Die Lehrkraft fragt nicht: „Wer hat recht?“
Stattdessen fragt sie: „Welche echten Fragen stecken hinter dieser Situation?“

Die Klasse schreibt sie auf:

  • Wer ist dafür zuständig, Geflüchtete willkommen zu heißen: die Schulen, die Länder oder die EU?

  • Ist Sicherheit wichtiger als Solidarität?

  • Kann sich etwas ungerecht anfühlen und trotzdem richtig sein?

Die Klasse beschließt, nicht über Amir zu reden, sondern mit ihm – vorsichtig und respektvoll.
Er erzählt, dass ihm nicht die Hausaufgaben die größten Sorgen machen, sondern das Gefühl, unsichtbar zu sein.
„Ich will keine Extrabehandlung“, sagt er. „Ich will nur kein Problem sein.“

 

Die Schüler*innen überlegen, was an ihrer Schule wirklich möglich ist:

  • ein Buddy-System für neue Schüler*innen, die die Sprache noch nicht sprechen,

  • kurze Anleitungen in mehreren Sprachen für den Schulalltag,

  • einen Infoabend, bei dem Fakten über Migration die Gerüchte ersetzen.

Sie sprechen auch darüber, was die Schule nicht allein entscheiden kann, zum Beispiel Asylgesetze oder Grenzen, und wie diese Aufgaben zwischen dem eigenen Land und der EU aufgeteilt sind.

Nichts wird über Nacht „gelöst“. Manche Eltern bleiben skeptisch. Manche Schüler*innen sind immer noch unsicher. Aber etwas verändert sich: Amir ist kein Thema mehr. Er ist ein Mitschüler.

Und die Klasse versteht: Europäische Werte werden nicht nur an den Grenzen auf die Probe gestellt, sondern auch in den Klassenzimmern.

Fragen zum Nachdenken

  1. Welche Ängste oder Sorgen kommen in diesem Fall vor – und welche davon beruhen auf Fakten, auf Meinungen oder auf Falschinformationen?

  2. Kann man Geflüchtete unterstützen und gleichzeitig die Sorgen wegen knapper Mittel ernst nehmen? Wie?

  3. Wer entscheidet auf den verschiedenen Ebenen über Migration (Schule, Gemeinde, Regierung des eigenen Landes, EU)?

  4. Was bedeutet „dazugehören“ im echten Alltag – nicht nur in der Theorie?

  5. Was hilft, damit ein respektvolles Gespräch entsteht und kein Streit, wenn sich Menschen unwohl fühlen, ihre Meinung zu sagen?

Lernziele

  1. Kritisch darüber nachdenken, wie Angst und Falschinformationen beeinflussen, wie Menschen auf Geflüchtete und Neuankömmlinge reagieren. 

  2. Herausfinden, wie „Dazugehören“ in Europa im Alltag wirklich aussieht, und üben, schwierige Gespräche respektvoll zu führen.

Empfohlener Einsatz

Eignet sich gut für ein Gespräch mit der ganzen Klasse: Die Schüler*innen sprechen zuerst in kleinen Gruppen und teilen ihre Gedanken danach mit allen. Die Fragen zum Nachdenken sind ein guter Einstieg. Lehrkräfte können die Geschichte auch als Hausaufgabe lesen lassen. Die Schüler*innen bringen dann je eine Sache mit, der sie zustimmen, eine Sache, die sie hinterfragen, und eine Idee, was man tun könnte.

2. Fallbeispiel 2: Zugang, Fähigkeiten und Gerechtigkeit

Als die Schule eine neue Lernplattform mit Künstlicher Intelligenz (KI) einführt, sind die Reaktionen gemischt.

Manche Schüler*innen sind begeistert. Das System hilft beim Ordnen von Notizen, schlägt Lernpläne vor und erklärt schwierige Themen sogar in einfacherer Sprache. Für sie fühlen sich die Hausaufgaben plötzlich leichter an.

Für andere ist es stressig.

Lina teilt sich einen Laptop mit zwei Geschwistern.
Mark hat ein Handy, aber zu Hause kein stabiles Internet.
Eva kann alle Programme nutzen, fühlt sich aber überfordert. Sie benutzt sie lieber nicht, weil sie Angst hat, „etwas falsch zu machen“.

In den ersten Wochen bemerken die Lehrkräfte etwas: Schüler*innen, die schon vorher gute Geräte hatten und sich sicher fühlten, kommen schneller voran. Andere fallen still und leise zurück.

Niemand wird absichtlich ausgeschlossen. Keine Regel sagt: „Du gehörst nicht dazu.“ Aber das System scheint die zu belohnen, die sowieso schon vorne sind.

In einer Stunde über digitale Bürgerschaft spricht die Klasse darüber, was „digitaler Zugang“ wirklich bedeutet.
Es geht nicht nur um Geräte, sondern auch um Fähigkeiten, Selbstvertrauen und Unterstützung.

Die Schüler*innen schreiben auf, welche Unterschiede sie sehen:

  • wer zuverlässiges Internet hat und wer nicht,

  • wer mit KI-Programmen umgehen kann und wer nur rät,

  • wer von der Digitalisierung profitiert und wer sich verloren fühlt.

Sie geben nicht der Technik oder den Lehrkräften die Schuld. Sie suchen nach Lösungen, die an ihrer Schule wirklich machbar sind:

  • feste Zeiten nach dem Unterricht, in denen alle die Geräte in der Bibliothek nutzen können,

  • Gruppen, in denen sich Schüler*innen gegenseitig die Programme erklären,

  • klare Regeln, wann KI benutzt werden darf – und wann nicht.

Sie sprechen auch über größere Fragen:
Warum investiert die EU in den digitalen Wandel?
Und was passiert, wenn neue Technik schneller ist als die Gerechtigkeit?

Nichts ändert sich sofort. Die Plattform bleibt. KI verschwindet nicht. Aber die Klasse lernt: Digitaler Fortschritt, bei dem nicht alle mitgenommen werden, kann Ungleichheit noch größer machen. Und Gerechtigkeit bedeutet mehr als „alle bekommen dasselbe Login“.

Sie erkennen: Europäische Werte müssen nicht nur online gelten, sondern für alle, die versuchen, dorthin zu kommen.

Fragen zum Nachdenken 
  1. Welche Arten von „digitalem Zugang“ kommen in diesem Fall vor (Geräte, Fähigkeiten, Selbstvertrauen, Unterstützung)?

  2. Ist es gerecht, moderne digitale Programme einzuführen, wenn nicht alle gleich viel davon haben? Warum oder warum nicht?

  3. Wer sollte dafür sorgen, dass die digitale Ungleichheit kleiner wird: die Schulen, die Regierungen, die EU oder alle zusammen?

  4. Wie können sich Schüler*innen gegenseitig helfen, ohne dass sich jemand bloßgestellt oder unter Druck gesetzt fühlt?

  5. Wie sieht eine gerechte digitale Zukunft aus der Sicht junger Menschen aus?

Lernziele

  1. Erkennen, was digitaler Zugang bedeutet.

  2. Darüber nachdenken, wer dafür zuständig sein sollte, die digitale Kluft zu schließen: die Schüler*innen, die Schulen, die Regierungen oder die EU. 

  3. Praktische Ideen entwickeln und begründen, wie digitales Lernen für alle in der Klasse gerechter werden kann.

Empfohlener Einsatz

Sehr gut geeignet für eine Gruppenarbeit: Die Schüler*innen finden zuerst heraus, welche Arten von Benachteiligung in der Geschichte vorkommen, und bringen dann gemeinsam mögliche Lösungen in eine Rangfolge. Die Geschichte kann auch als Hausaufgabe zum Nachdenken dienen, bevor die Klasse darüber diskutiert, ob es gerecht ist, neue Technik einzuführen, wenn nicht alle sie gleich gut nutzen können. Als Bezug zum echten Leben können Lehrkräfte kurz den Aktionsplan für digitale Bildung der EU zeigen.

3. Fallbeispiel 3: Gerüchte, Angst und Fakten

Kurzbeschreibung

In den Online-Gruppen der Schüler*innen wird ein Beitrag geteilt. Darin wird behauptet, dass Kinder von Einwanderer*innen bei der Schulanmeldung Vorrang vor portugiesischen Kindern haben. Dazu gibt es einen Screenshot aus einer Fernsehnachricht. Einige Familien werden wütend, Mitschüler*innen wiederholen die Behauptung, und zwei neu angekommene Schüler*innen fühlen sich unsicher und unwohl.

Die Schüler*innen müssen prüfen, was stimmt: Wer legt die Regeln für die Schulanmeldung fest? Was sagen offizielle Quellen? Welche Beweise fehlen? Danach überlegt sich die Klasse eine Antwort, die die Rechte aller schützt, Streit verringert und Respekt fördert.

Lernziele

  • Tricks erkennen, mit denen Falschinformationen arbeiten (Angst machen, gefälschte Dokumente, künstlicher Zeitdruck).

  • Das Überprüfen von Informationen üben (Quellen checken, mit offiziellen Informationen und Zahlen vergleichen …).

  • Respektvolle Reaktionen als Bürger*innen vorschlagen, die an der Schule Zusammenhalt und eine demokratische Kultur fördern.

Format/Link zur Quelle

Falschinformation, Desinformation und Propaganda: Infografik zu Fake News

Empfohlener Einsatz

  • Modul 1 – Abschnitte „Migration“ und „Demokratie“.

  • Den Unterschied zwischen Meinungen und Fakten diskutieren, mindestens zwei zuverlässige Quellen prüfen und eine kurze Stellungnahme für die Schule schreiben.

4. Fallbeispiel 4: Bürger*innen der Europäischen Union im Blick: „Dollar Street“

Kurzbeschreibung

Bei dieser Aktivität entdecken die Schüler*innen mit der Plattform „Dollar Street“, wie unterschiedlich Menschen auf der ganzen Welt und in der Europäischen Union leben. Die Plattform zeigt Fotos und Videos von echten Familien, geordnet nach ihrem Einkommen. So kann man sich ansehen, wie sie wohnen, was sie essen, wie sie unterwegs sind, wie sie lernen und wie ihr Alltag sonst aussieht.  

Die Aktivität regt dazu an, über Vorurteile und Klischees nachzudenken und darüber, wie schwierig es ist zu sagen, was es heißt, europäische*r Bürger*in zu sein. Sie zeigt, wie viele verschiedene Lebensweisen es in der EU nebeneinander gibt. Weil Bilder und Zahlen zusammen gezeigt werden, verstehen die Schüler*innen, wie kreative Werkzeuge spannende Geschichten sichtbar machen können. Dabei lernen sie, kritisch darüber nachzudenken, wie Informationen entstehen und wie man sie deutet.

Lernziele

- Bewusstsein dafür entwickeln, wie unterschiedlich die Menschen in der Europäischen Union wirtschaftlich, sozial und kulturell leben;

- Echte Lebenssituationen mithilfe von Bildern und Beobachtungen untersuchen und vergleichen;

- Über Klischees und Vorstellungen von europäischen Bürger*innen nachdenken;

Format/Link zur Quelle

Interaktive Plattform

Empfohlener Einsatz

- Die Galerie auf der Plattform „Dollar Street“ erkunden; 

- Ein Gespräch über die unterschiedlichen Lebensbedingungen in Europa anregen; 

- In kleinen Gruppen gemeinsam zwei Fragen bearbeiten: a) Wenn das Leben der Bürger*innen in der Europäischen Union so unterschiedlich ist, wie weit kann man dann von gemeinsamen Werten sprechen, und wer entscheidet, wie diese Werte dargestellt werden? b) Wie können Projekte, die Zahlen mit Bildern und Geschichten verbinden, Informationen zu Werkzeugen machen, mit denen wir uns die Welt um uns herum vorstellen, sie hinterfragen und neu verstehen?

5. Gemeinsames Projekt 1: Eilmeldung!

Die Schüler*innen arbeiten als Journalist*innen und erstellen einen Zeitungsartikel oder ein Video für eine Lokalzeitung.

  1. Die Lehrkraft gibt den Schüler*innen ein Thema, das mit einer Herausforderung der EU zu tun hat, z. B. Klimawandel und grüner Wandel. 

  2. In Gruppen von acht Personen recherchiert jedes Team zu einem Thema rund um den Klimawandel in der eigenen Gemeinde (z. B. Recycling, Batterien im Hausmüll, Überschwemmungen, hoher Energieverbrauch). 

  3. Die Schüler*innen sammeln Informationen und Zahlen aus Berichten und führen Interviews mit Menschen aus der Nachbarschaft, die mit ihrem Thema zu tun haben. 

  4. Die Schüler*innen haben zwei Möglichkeiten, ihre Ergebnisse vorzustellen: Sie schreiben einen Zeitungsartikel und schicken ihn an eine Lokalzeitung, oder sie drehen ein Video über ihre Recherche und ihre Ergebnisse für die Social-Media-Kanäle der Zeitung.

  5. Zum Schluss stimmen die Schüler*innen ab, welches Ergebnis von der Zeitung veröffentlicht werden soll.  

Lernziele

  1. Verstehen, wie große Herausforderungen der EU wie der Klimawandel vor Ort in der eigenen Gemeinde sichtbar werden und warum dieser Bezug wichtig ist. 

  2. Fähigkeiten im Recherchieren und Kommunizieren entwickeln (Belege sammeln, Menschen interviewen und Ergebnisse für ein echtes Publikum klar darstellen). 

  3. Erleben, was es heißt, ein aktiver und gut informierter Bürger oder eine aktive und gut informierte Bürgerin zu sein, indem man Inhalte erstellt, die die Öffentlichkeit informieren.

Empfohlener Einsatz

Eignet sich am besten als längeres Projekt über mehrere Unterrichtsstunden: eine Stunde zum Planen, ein bis zwei für Recherche und Interviews und eine zum Erstellen und Vorstellen des fertigen Beitrags. Lehrkräfte können die EU-Herausforderung vorher festlegen und die Gruppen ihren eigenen Blickwinkel vor Ort wählen lassen. Wenn die Arbeiten wirklich an eine Lokalzeitung geschickt oder die Videos öffentlich geteilt werden, motiviert das zusätzlich. Eine Abstimmung in der Klasse über den besten Beitrag ist ein guter Abschluss.

6. Gemeinsames Projekt 2: Die digitale und technologische Kluft

Die Schüler*innen können einen Einführungskurs für ältere Menschen anbieten, die mehr über soziale Medien lernen möchten.

Die Lehrkraft gibt den Schüler*innen ein Thema zur EU-Herausforderung „Digitale und technologische Kluft“. Dazu organisiert die Klasse an der Schule ein Seminar für Senior*innen. Die Lehrkraft beauftragt die Klasse, eine Präsentation für ältere Menschen vorzubereiten, in der sie zeigen, wie soziale Medien funktionieren. 

  1. Die Schüler*innen arbeiten in Teams von 5 Personen. 

  2. Jedes Team stellt eine Social-Media-Plattform vor.

  3. Jedes Team sammelt Informationen dazu, 

  • wie man sich anmeldet,

  • wie man Inhalte teilt,

  • wie man Storys erstellt,

  • wie man mit anderen Menschen in Kontakt kommt,

  • wie man chattet. 

  1. Die Klasse organisiert an der Schule ein Seminar für Senior*innen ab 65 Jahren. Jedes Team stellt seine Social-Media-Plattform vor und hilft den älteren Menschen, ihre digitalen Fähigkeiten zu verbessern.

Lernziele

  1. Verstehen, was die digitale Kluft im Alltag bedeutet, besonders für ältere Menschen, und warum digitale Teilhabe für die EU so wichtig ist. 

  2. Fähigkeiten im Kommunizieren und Erklären aufbauen, indem man Technik für Menschen ohne Vorwissen klar, geduldig und verständlich erklärt. 

  3. Über den Kontakt zwischen den Generationen nachdenken und darüber, was es heißt, als verantwortungsvolle*r digitale*r Bürger*in anderen zu helfen.

Empfohlener Einsatz

Am besten als ganzes Projekt mit einer echten Veranstaltung am Ende: Das Seminar selbst ist der Abschluss. Lehrkräfte sollten früh Kontakt mit einem Seniorenzentrum oder einer Gemeindegruppe vor Ort aufnehmen, damit genug Teilnehmende kommen. Die Vorbereitung klappt gut als Gruppenarbeit im Unterricht; die Schüler*innen können ihre Präsentationen zuerst gegenseitig ausprobieren. Ein kurzes Nachgespräch (Was hat euch überrascht? Was habt ihr von den Senior*innen gelernt?) ist eine wertvolle Aktivität zum Nachdenken.

7. Gemeinsames Projekt 3: Bürgerhaushalt an der Schule (demokratische Mitbestimmung)

Kurzbeschreibung

OPEscolas ist eine portugiesische Initiative für einen Bürgerhaushalt an Schulen. Dabei erleben Schüler*innen einen echten demokratischen Prozess, mit dem sie ihre Schule verbessern können. Sie finden heraus, was an ihrer Schule fehlt, entwickeln Projektvorschläge, machen Werbung dafür, stimmen ab und setzen die Gewinner-Idee um. Das Programm hat klare Schritte, Zeitpläne und Anleitungen. Deshalb eignet es sich sehr gut, um Demokratie und den Umgang mit einem Budget praktisch zu lernen.

Lernziele

- Ein Projekt entwickeln, das sich wirklich umsetzen lässt (Bedarf erkennen, Kosten planen, Nutzen beschreiben …).

- Verantwortungsvoll bei einem Projekt mitmachen, bei dem Entscheidungen getroffen werden müssen (Werbung machen, abstimmen, Verantwortung übernehmen …).

- Gemeinsam eine echte Verbesserung für die Schulgemeinschaft umsetzen.

Format/Link zur Quelle

https://opescolas.pt/

Empfohlener Einsatz

Modul 1 – Als Rahmen für die Umsetzung bei der Einführung in die Living-Lab-Methode nutzen.

8. Gemeinsames Projekt 4: MyPolis – Mitbestimmung vor Ort

Kurzbeschreibung

MyPolis bringt Bürger*innen (auch junge Menschen) mit Entscheidungsträger*innen vor Ort zusammen. Die Schüler*innen können Probleme sammeln, die ihnen wichtig sind, Lösungen besprechen, Rückmeldungen aus der Gemeinde einholen und ihre Vorschläge an die Gemeinde, Jugendparlamente oder Vereine weitergeben.

Lernziele

- Probleme vor Ort erkennen und herausfinden, wer davon betroffen ist.

- Verantwortungsvolle digitale Mitbestimmung und respektvolle Gespräche über gesellschaftliche Themen üben.

- Lösungen allein oder gemeinsam entwickeln und die Vorschläge den Menschen vor Ort vorstellen.

Format/Link zur Quelle

https://www.mypolis.eu

Empfohlener Einsatz

Als Weg nutzen, um die Vorschläge der Schüler*innen an Einrichtungen vor Ort weiterzugeben (Gemeinde, Jugendparlament, Vereine).

9. Multimedia 1: Klimawandel – Jugendliche gehen voran: Jetzt handeln!

Kurzbeschreibung

In diesem TEDx-Vortrag spricht Anh Phan, Schülerin der Klasse 1B am Sydney International School System (SISS), über das dringende Problem des Klimawandels und erklärt, warum er alle betrifft. Zu Beginn erzählt sie von eigenen Erlebnissen mit Luftverschmutzung und großer Hitze. So merkt das Publikum, was das Thema mit dem Alltag zu tun hat. Anh erklärt, dass Klimawandel die schnelle Erwärmung der Erde ist, die durch menschliches Handeln entsteht, zum Beispiel durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas und durch die Zerstörung von Lebensräumen in der Natur.

Sie zeigt die ernsten Folgen des Klimawandels, zum Beispiel Waldbrände, Überschwemmungen, den steigenden Meeresspiegel und extremes Wetter in verschiedenen Teilen der Welt wie in Vietnam. Im ganzen Vortrag betont sie, dass Kinder und Jugendliche den großen Problemen der Welt nicht hilflos gegenüberstehen. Sie können etwas bewirken! Zum Schluss stellt sie klare und praktische Dinge vor, die Kinder gegen den Klimawandel tun können: Bäume pflanzen, umweltfreundlich unterwegs sein, recyceln, Energie sparen und insgesamt weniger verbrauchen. Das Video zeigt jungen Menschen, dass Klimaschutz machbar ist und sie etwas angeht.

Lernziele

  • Die Lernenden verstehen die wichtigsten Ursachen und Folgen des Klimawandels.

  • Die Lernenden erkennen, dass Kinder und Jugendliche beim Umweltschutz eine aktive Rolle spielen können.

  • Die Lernenden finden einfache Dinge, die sie im Alltag tun können, um die Umwelt weniger zu belasten.

Format/Link zur Quelle

Empfohlener Einsatz

Das Video eignet sich als Einstieg in eine Stunde über Klimawandel oder Nachhaltigkeit. Nach dem Anschauen können die Lernenden besprechen, wie der Klimawandel ihr eigenes Leben beeinflusst, und gemeinsam Ideen sammeln, was sie zu Hause oder in der Schule für die Umwelt tun können.

10. Multimedia 2: Gedanken über Frieden

Kurzbeschreibung

„Moving On – Voices from Children in Migration“ ist eine Ausstellung und ein Dokumentationsprojekt des Museums Kulturen in Lund. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen und Erlebnisse von Kindern, die wegen Krieg und Konflikten ihre Heimat verlassen mussten. Das Video stellt Kinder vor, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind, und Kinder, die während der Fluchtbewegungen 2015–2016 nach Schweden gekommen sind.

Mit ihren Geschichten zeigt das Projekt, was Frieden bedeutet: dass es keinen Krieg und keine Gewalt gibt, dass der Alltag sicher weitergehen kann und dass Häuser nicht zerstört werden. Frieden wird als Zustand beschrieben, in dem es Stabilität, einen normalen Alltag und ein Gefühl von Ruhe gibt. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie schwer es ist, Frieden zu erreichen: Dafür braucht es Zusammenhalt in der Gesellschaft, Selbstwahrnehmung und gegenseitiges Verständnis.

 Auch wenn es um schwere Erlebnisse, Angst und Verlust geht, macht das Projekt Hoffnung und zeigt den Glauben an die Zukunft. Weil die Sicht der Kinder im Mittelpunkt steht, wird deutlich, wie stark sie sind und wie gut sie über Frieden, Sicherheit und Zugehörigkeit nachdenken können. Das passt zum Ziel des Moduls: Kinder sollen sich als aktive Bürger*innen sehen, deren Stimmen und Erfahrungen zählen, wenn über Migration und Sicherheit gesprochen wird.

Lernziele

  • Die Lernenden verstehen, wie Krieg und Migration das Leben von Kindern verändern.

  • Die Lernenden denken darüber nach, was Frieden, Sicherheit und Zusammenleben bedeuten.

  • Die Lernenden erkennen, dass die Stimmen von Kindern in Gesprächen über Gesellschaft und Zusammenleben wichtig sind.

Format/Link zur Quelle

Empfohlener Einsatz

Das Video eignet sich als Einstieg in Gespräche über Migration, Frieden und Sicherheit. Die Lernenden können darüber nachdenken, was Frieden für sie bedeutet, besprechen, wie eine Gesellschaft geflüchtete Kinder unterstützen kann, und überlegen, wie Kinder in ihrer Gemeinschaft aktiv und mitfühlend mitmachen können.

11. Multimedia 3: Eine Nachricht von Ella – ohne Zustimmung

Kurzbeschreibung

Dieses Video der Deutschen Telekom wird von einem digitalen Avatar namens Ella präsentiert. Es zeigt, welchen Gefahren Kinder in der digitalen Welt ausgesetzt sind. Ella spricht direkt mit ihren Eltern und warnt sie: Fotos und persönliche Daten, die online geteilt werden, können genutzt werden, um digitale Kopien von ihr zu erstellen. Das kann zu Identitätsdiebstahl, Geldverlust oder Problemen bei der Kreditwürdigkeit führen. Sie erklärt auch die Gefahren von Stimmenklonen, Cybermobbing und dem Missbrauch von persönlichen Fotos für gemeine Memes. Die wichtigste Botschaft richtet sich an die Eltern: Die digitale Privatsphäre von Kindern muss geschützt werden, und Erwachsene müssen verstehen, dass alles, was man online tut, dauerhafte Spuren hinterlässt. Das Material passt zu den Lernzielen des Moduls: Es zeigt, wie wichtig ein sicherer Umgang mit Technik ist, regt zum Nachdenken über Privatsphäre an und macht deutlich, wie die Online-Daten von Kindern ihr Leben heute und in Zukunft beeinflussen können.

Lernziele

  • Die Lernenden verstehen, was ein digitaler Fußabdruck ist und dass das Teilen von Inhalten im Internet lange Folgen haben kann.

  • Die Lernenden erkennen, wie wichtig es ist, persönliche Informationen zu schützen und die digitale Privatsphäre anderer zu respektieren.

  • Die Lernenden denken darüber nach, wie Erwachsene und Kinder zusammen für einen fairen und sicheren Umgang mit Technik sorgen können.

Format/Link zur Quelle

Englische Version:

Deutsche Version:

 

Empfohlener Einsatz

Das Video eignet sich als Einstieg in ein Gespräch über Sicherheit im Internet und einen fairen Umgang miteinander im digitalen Raum. Die Schüler*innen können herausfinden, welche Gefahren es gibt, wenn man persönliche Daten teilt, gemeinsam Ideen sammeln, wie man sich online schützt, und einen „digitalen Sicherheitsplan“ für ihre eigenen Geräte und ihre Nutzung sozialer Medien erstellen.

12. Multimedia 4: Migrants

Kurzbeschreibung

„Migrants“ ist ein Zeichentrickfilm über Klimawandel und Migration. Zwei Eisbären verlieren wegen Umweltproblemen ihr Zuhause in der Arktis und kommen in einen Wald, in dem schon Braunbären leben. Das Zusammenleben wird schwierig, und es stellen sich Fragen über Zugehörigkeit, Solidarität und Angst. Der Film ist ein guter Anlass, über Migration, Klimawandel und Lebensräume zu sprechen.

Lernziele

- Die großen Herausforderungen erkennen, vor denen Europa heute steht, zum Beispiel Migration, Klimawandel und gesellschaftlicher Zusammenhalt …

- Verstehen, was weltweite Herausforderungen mit dem Alltag vor Ort zu tun haben.

- Darüber nachdenken, welche Rolle junge Menschen beim Umgang mit diesen Herausforderungen spielen.

Format/Link zur Quelle

 

Empfohlener Einsatz

- Einstieg in den Abschnitt „Aktuelle Herausforderungen der EU“ in Modul 1 („Wer sind die EU-Bürger?“).

- Angeleitetes Gespräch in der Klasse, bei dem die Themen aus dem Video mit den eigenen Erfahrungen der Schüler*innen oder aktuellen Nachrichten verbunden werden.

13. Multimedia 5: Lernecke – Virtuelles Rollenspiel zum Europäischen Parlament

Kurzbeschreibung

In diesem interaktiven Spiel schlüpfen die Schüler*innen in die Rolle von Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Sie diskutieren einen Vorschlag, verhandeln, finden Kompromisse und stimmen ab. Dabei lernen sie, wie EU-Gesetze durch Gespräche und Vereinbarungen, Zuhören, Argumentieren und Entscheiden entstehen.

Lernziele

- Die wichtigsten Schritte beschreiben, wie im Europäischen Parlament Entscheidungen getroffen werden.

- Verhandeln, Kompromisse finden und respektvolles Diskutieren üben.

- Darüber nachdenken, wie Gesetze das Leben der Bürger*innen beeinflussen.

Format/Link zur Quelle

Das virtuelle Rollenspiel zum Europäischen Parlament

Empfohlener Einsatz

- Nach dem Abschnitt „Demokratie/Mitbestimmung“ (Modul 1) einsetzen, um die Institutionen mit dem Alltag der Schüler*innen zu verbinden.

- Impuls zum Nachdenken: meine Position, ein Argument, das ich benutzt habe, ein Kompromiss, den ich akzeptiert habe, und was ich über Demokratie in der EU gelernt habe.

14. Multimedia 6: Bad News – Online-Spiel

Kurzbeschreibung

„Bad News“ ist ein interaktives Spiel, in dem die Schüler*innen selbst in die Rolle von Fake-News-Macher*innen schlüpfen. Indem sie Falschinformationen „herstellen“, lernen sie die häufigsten Tricks kennen, mit denen Meinungen beeinflusst werden, zum Beispiel das Spalten von Gruppen und Verschwörungstheorien.

Lernziele

- Verstehen, wie Desinformation funktioniert.

- Lernen, sich nicht von Medien manipulieren zu lassen.

- Über Fairness und Verantwortung beim Teilen von Informationen im Internet nachdenken. 

Format/Link zur Quelle

https://www.getbadnews.com/esp/

Empfohlener Einsatz

Kann vor oder nach Diskussionen über Demokratie, soziale Medien oder Mitbestimmung eingesetzt werden (Modul 1).