Lernmaterial

5. Partnerschaften, Überwachung und lokale Auswirkungen

Die Einbindung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in das Bildungssystem erfordert die Zusammenarbeit der Gemeinschaft. Schulen sind in einer einzigartigen Position, um als Katalysatoren für ökologischen Wandel und gesellschaftliches Engagement zu wirken. Partnerschaften ermöglichen es den Schüler*innen, sich in bedeutender Weise bürgerschaftlich zu engagieren und damit die Grundlage für ein inklusives und nachhaltiges Europa zu schaffen. Insbesondere SDG 17 (Partnerschaften für die Ziele) fördert die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Bildung, Zivilgesellschaft und Regierungen (UNESCO 2017).

1. Bestandsaufnahme der Ressourcen (ABCD-Modell): Eine strategische Bestandsaufnahme der Ressourcen und Bedürfnisse der Gemeinschaft sollte der erste Schritt beim Aufbau von Partnerschaften sein. Die Ressourcen verweisen auch auf die Strategie der „Asset-Based Community Development“ (ABCD), die sich auf die Ermittlung der aktuellen Stärken der Gemeinschaft (Talente, Orte, Netzwerke) konzentriert.

2. Partner: Kommunalbehörden, Umweltorganisationen, Jugendzentren, kulturelle Einrichtungen und Unternehmen sind allesamt potenzielle Partner für Schulen.

3. Gemeinsame Lösungen: Problemorientierte Kooperationsszenarien, die mehrere SDGs abdecken, können Partner einbinden. Beispielsweise SDG 11 (Nachhaltige Städte) und SDG 3 (Gesundheit) durch Programme für saubere Mobilität sowie SDG 16 (Frieden und Gerechtigkeit) und SDG 5 (Geschlechtergleichstellung) in Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen.

4. Gemeinsame Gestaltung: Damit eine Partnerschaft effektiv ist, müssen alle gleichermaßen zur Festlegung der Agenda, zur Problemdefinition und zur Entwicklung des Plans beitragen. Auf diese Weise werden lokale Institutionen, Familien, zivilgesellschaftliche Gruppen und Schüler*innen zu Wissensproduzent*innen und sind nicht nur Empfänger*innen.

4. Einfache Überwachung und lokale Wirkungsindikatoren

Vielschichtige, kontinuierliche und interaktive Techniken zur Überwachung und Bewertung (Monitoring & Evaluation, M&E) sind für die erfolgreiche Umsetzung des pädagogischen Rahmens  im Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) erforderlich. Über das gesamte Spektrum der SDGs hinweg gewährleistet die Überwachung Engagement, Lernen und die Wirkung der Gruppe.

Indikatoren:

SDG-Säule
Indikatoren mit Beispielen
Zugehörige SDGs

Umwelt

Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks, Wasser- und Energieverbrauch, Daten zur Abfallwirtschaft, Überwachung der biologischen Vielfalt.

SDG 6, 7, 12, 13, 14, 15

Soziales

Teilnahmequoten an inklusiver Bildung, Umfang des ehrenamtlichen Engagements von Schüler*innen, Umfragen zu Gesundheit und Wohlbefinden sowie Indikatoren zur Geschlechtergleichstellung.

SDG 1, 3, 5, 10, 16

Wirtschaft, Innovation

Teilnahme an unternehmerischen Projekten, Anzahl der Partnerschaften mit lokalen Unternehmen, Ergebnisse im Bereich der digitalen Kompetenz

SDG 8, 9, 17

Engagement in unternehmerischen Initiativen, Anzahl der Kooperationen mit Unternehmen in der Umgebung sowie Ergebnisse im Bereich der digitalen Kompetenz. Schüler:innengremien: Es können „SDG-Arbeitsgruppen“ gebildet werden, um die Projektevaluierung zu überwachen und so einen kontinuierlichen Input sowie Selbstreflexion zu gewährleisten.

• Instrumente: Die Schüler*innen können ihre Erkenntnisse mithilfe von Umfragen in der Gemeinschaft, Reflexionsheften und digitalen Portfolios festhalten.

• Wertorientierung: Um die Stärkung der europäischen Identität zu fördern, sollten Reflexionsumfragen und Treffen auch die Entwicklungen im Solidaritätsgefühl, in der demokratischen Handlungsfähigkeit und im interkulturellen Bewusstsein der Schüler*innen verfolgen.

Verbreitung:

Schüler*innen können ihre Ergebnisse über Bildungsplattformen und durch die Erstellung digitaler Inhalte (Infografiken, Podcasts) oder über digitale Portfolios teilen.

Europäische digitale Portale wie das „School Education Gateway“ und „eTwinning“ erleichtern es Schulen und Ländern, Erfolgsgeschichten und Ergebnisse auszutauschen. Diese Verbreitung ermöglicht es den Schulen, ihre SDG-Aktivitäten in den größeren EU-Rahmen einzubinden, und fördert das gegenseitige Lernen sowie die vergleichende Bewertung auf europäischer Ebene.