Zusätzliche Materialien

7. Gemeinsames Projekt 1: Daten-Detektive | Unser Workshop zu digitalen Rechten

Lernziele

  • Die wichtigsten Gefahren und Rechte in der digitalen Welt erkennen (Privatsphäre, Einwilligung, Falschinformationen, Cybermobbing).

  • Verstehen, wie Gesetze der EU (Datenschutz-Grundverordnung, Gesetz über digitale Dienste) die Bürger*innen im Internet schützen.

  • Gemeinsam eine Kampagne über digitale Rechte recherchieren, gestalten und vorstellen.

  • Über die eigenen digitalen Gewohnheiten nachdenken und darüber, wie sie einen selbst und die Gemeinschaft beeinflussen.

  • Üben, vor anderen zu sprechen, Inhalte mit Bildern zu vermitteln und sich gegenseitig Rückmeldung zu geben.

Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen (SDGs)

  • Wichtigstes Nachhaltigkeitsziel:
    SDG 4 – Hochwertige Bildung: digitale Kompetenz als wichtige Grundfähigkeit.
  • Weitere passende Nachhaltigkeitsziele:
    SDG 10 – Weniger Ungleichheiten: die digitale Kluft überbrücken.
    SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Rechte im Internet schützen.
    SDG 17 – Partnerschaften: Zusammenarbeit in und zwischen den Gruppen.

Bezug zu Werten & Identität der EU

  • Freiheit & Verantwortung – wer im Internet frei ist, hat auch Pflichten gegenüber anderen.

  • Menschenwürde – gegen Cybermobbing und Hassrede vorgehen.

  • Demokratie – wer gegen Falschinformationen kämpft, schützt die demokratische Mitbestimmung.

  • Solidarität – Mitschüler*innen unterstützen, denen im Internet Schaden zugefügt wird.


Alter/Stufe


Sekundarstufe I – 13 bis 15 Jahre

Vorwissen/Voraussetzungen

Erste Erfahrungen mit sozialen Medien und dem Internet. Die Schüler*innen kennen Begriffe wie Privatsphäre, Passwörter und Sicherheit im Internet.


Dauer


Insgesamt: 90 Minuten

 

Gruppengröße & Gruppeneinteilung

20–30 Schüler*innen, aufgeteilt in 4–5 Gruppen mit je 4–6 Personen. Jede Gruppe bekommt ein anderes Thema zu digitalen Rechten.

Ort

Klassenraum oder Computerraum. Tische für Gruppenarbeit gestellt. Ein Beamer oder ein Smartboard für die Präsentationen.

Materialien & Quellen

Themenkarten (eine pro Gruppe)

Infoblatt zu digitalen Rechten in der EU, Plakatpapier in A3

Marker und Buntstifte

Feedbackkarten für die Präsentationen (gegenseitige Rückmeldung)

Einbindung der Gemeinde/von Partnern (freiwillig)

Eine Fachperson für Cybersicherheit aus der Gegend, eine Person von einer Nichtregierungsorganisation (z. B. einer Organisation für digitale Rechte) oder eine Kontaktperson von Europe Direct einladen, die zuschaut oder eine 5-minütige Einführung gibt.



Barrierefreiheit & Inklusion

  • Satzanfänge auf Karten für Lernende, die mehr Unterstützung brauchen.

  • Die Schüler*innen wählen ihre Rolle: Recherche, Gestaltung, Vortrag oder Zeitwächter*in.

  • Möglichkeit, ein aufgenommenes Video zu zeigen, statt live zu sprechen.

  • Auf Wunsch gibt es ein Blatt mit vereinfachtem Wortschatz.

Beschreibung

In diesem Workshop werden die Schüler*innen zu „Daten-Detektiv*innen“: Sie recherchieren zu einem Thema rund um digitale Rechte und bringen es ihren Mitschüler*innen mit einer kurzen Kampagnen-Präsentation bei. Jede Gruppe bekommt eines von fünf Themen aus dem echten Leben, die auch für die EU besonders wichtig sind: Privatsphäre und Datenschutz, Falschinformationen und Fake News, Cybermobbing und Hassrede, Bildschirmzeit und digitales Wohlbefinden oder digitale Teilhabe und die digitale Kluft.


Die Schüler*innen bekommen die Informationen nicht einfach vorgesetzt. Sie müssen ein Thema selbst verstehen, entscheiden, was am wichtigsten ist, und es ihren Mitschüler*innen kreativ vermitteln. Das ist genau das, was engagierte Bürger*innen, Nichtregierungsorganisationen und EU-Institutionen tun: Sie machen aus schwierigen Rechten verständliche Botschaften, nach denen man handeln kann.

Am Ende der Aktivität entsteht gemeinsam eine „Digitale Klassen-Charta“ – ein gemeinsames Versprechen der ganzen Gruppe, das im Klassenraum aufgehängt oder auf der Website der Schule veröffentlicht werden kann.

Bewertung

Begleitende Bewertung

Die Lehrkraft beobachtet während der Vorbereitung und der Präsentationen die Zusammenarbeit in der Gruppe, ob die Inhalte stimmen, wie kreativ die Gruppe ist und ob sie Bezüge zur EU herstellt.

Abschließende Bewertung (falls gewünscht)

Die Gruppen geben ihr Plakat oder ihre Folien ab, zusammen mit einer kurzen schriftlichen Begründung (5–8 Sätze). Darin erklären sie ihre wichtigste Botschaft und was sie mit den Werten der EU zu tun hat.


Selbsteinschätzung der Schüler*innen

„Ein digitales Recht, von dem ich vor diesem Workshop nicht wusste, dass ich es habe, ist …“


„Eine Sache, die ich an meinem Verhalten im Internet ändern werde, ist …“



Rückmeldung der Mitschüler*innen

Alle Schüler*innen füllen eine Feedbackkarte für eine andere Gruppe aus:

  • Eine Stärke: „Eure Präsentation hat gut funktioniert, weil …“

  • Ein Vorschlag: „Ihr könntet noch besser werden, wenn …“

  • Eine Frage: „Ich würde gern mehr darüber erfahren, …“


Dokumentation, Nachweise & nächste Schritte



Was gesammelt wird

  • Fotos von den Gruppenplakaten und Präsentationen (mit Erlaubnis)

  • Ausgefüllte Feedbackkarten der Mitschüler*innen

  • Schriftliche Selbsteinschätzungen am Ende der Stunde (Exit-Tickets)

  • Auf Wunsch eine kurze Videoaufnahme der Präsentationen



Wirkung beobachten

  • Darauf achten, ob die Schüler*innen in späteren Stunden öfter von sich aus über digitale Rechte sprechen.

  • Beobachten, ob auf die Digitale Klassen-Charta Bezug genommen oder nach ihr gehandelt wird.

  • Zwei Wochen später ein kurzes Quiz machen, um zu sehen, was die Schüler*innen behalten haben.



Ergebnisse teilen

  • Die Digitale Klassen-Charta und die Gruppenplakate am Schwarzen Brett oder auf der Website der Schule zeigen.

  • Eine Zusammenfassung an das EuroCivic Lab Project (eurociviclab.eu) schicken.

  • Einen „Tag der digitalen Rechte“ organisieren, zu dem andere Klassen kommen können.


Nächste Schritte

Die Gruppen herausfordern, aus ihrem Plakat ein 60-Sekunden-Video für eine Social-Media-Kampagne zu machen. Eine Organisation für digitale Rechte zu einer anschließenden

Fragerunde einladen. Mit Informatik, Ethik oder Gesellschaftslehre verbinden, um das Thema fächerübergreifend zu vertiefen.