Zusätzliche Materialien

3. Fallbeispiel 3: Wir wählen eine Kulturhauptstadt Europas

Diese Woche haben wir im Unterricht bei einer sehr spannenden Aktivität mitgemacht. Unsere Lehrerin hat uns gesagt, dass es um die Kulturhauptstädte Europas geht, und wir haben die ganze Woche lang herausgefunden, was die Kulturhauptstädte Europas bedeuten.

Zuerst haben wir eine Auswahljury mit vier Schüler*innen gewählt. Der Rest der Klasse wurde in Dreiergruppen aufgeteilt, und jede Gruppe sollte eine europäische Stadt für die nächste Auswahl vorschlagen.

Wir waren Gruppe 2, und in unserer Gruppe waren Linda, Jose und ich. Zuerst haben wir uns die Kulturhauptstädte Europas der letzten fünf Jahre angesehen und versucht herauszufinden, was sie gemeinsam haben:

  • 2021: Elefsina (Griechenland), Timișoara (Rumänien) und Novi Sad (Serbien)

  • 2022: Kaunas (Litauen) und Esch-sur-Alzette (Luxemburg)

  • 2023: Veszprém (Ungarn)

  • 2024: Tartu (Estland), Bad Ischl (Österreich) und Bodø (Norwegen)

  • 2025: Chemnitz (Deutschland) und Nova Gorica (Slowenien)

  • 2026: Oulu (Finnland) und Trenčín (Slowakei)

Linda meinte, eine Kulturhauptstadt Europas sollte viele Kunst- und Sportveranstaltungen haben. Jose meinte, die Stadt sollte die Traditionen vor Ort achten und verschiedene Kulturen einbeziehen. Ich fand es wichtig, an Barrierefreiheit und eine gute Ausstattung zu denken, zum Beispiel Kulturzentren, gute öffentliche Verkehrsmittel und genug Hotels für Besucher*innen. Am Ende waren wir uns einig, dass sich die Stadt auch um Umwelt und Nachhaltigkeit kümmern sollte.

Nachdem wir entschieden hatten, was für eine Kulturhauptstadt Europas wichtig ist, hat jede*r von uns ein paar Städte vorgeschlagen, die uns gefallen. Wir haben auch überlegt, welche Städte Spaß machen würden und in welchen man sich leicht zurechtfindet.

Zum Schluss haben wir in der Gruppe abgestimmt und uns auf eine Stadt geeinigt, die zu den meisten unserer Ideen passt. Wir haben unsere Stadt vorgestellt und mit den anderen Gruppen über die Gründe für unsere Wahl gesprochen. Es war ein tolles Gefühl, zusammenzuarbeiten und als Team Entscheidungen zu treffen. Wir haben viel über verschiedene europäische Städte und ihre Kultur gelernt – und darüber, wie wichtig es ist, bei der Wahl einer Kulturhauptstadt an Kunst, Menschen und unseren Planeten zu denken!

Fragen zum Nachdenken
  1. Warum könnte eine Kulturhauptstadt Europas für die Menschen in Europa wichtig sein?

  2. Nach welchen Kriterien hat Gruppe 2 in diesem Fallbeispiel eine Stadt ausgewählt? Stimmst du diesen Kriterien zu? Warum oder warum nicht?

  3. Worauf könnte man bei der Wahl einer Stadt noch achten?

  4. Wie können Kunst, Kultur und Veranstaltungen dazu beitragen, dass sich die Menschen in einer Stadt verbunden fühlen?

  5. Wie zeigen Städte, dass sie ihre Traditionen vor Ort und verschiedene Kulturen respektieren?


Lernziele

  1. Erkennen, was eine Stadt kulturell, gesellschaftlich und ökologisch stark macht, und diese Ideen mit den Werten hinter dem EU-Programm „Kulturhauptstadt Europas“ verbinden. 

  2. Üben, gemeinsam zu einer Entscheidung zu kommen, und erleben, wie demokratisches Abwägen in der Praxis aussieht. 

  3. Darüber nachdenken, wie Kunst, Kultur und gemeinsame Veranstaltungen Menschen helfen können, sich als Europäer*innen verbunden zu fühlen.

Empfohlener Einsatz

Am besten über ein bis zwei Unterrichtsstunden (eine für Recherche und Gruppengespräche, eine für die Präsentationen und die Abstimmung in der Klasse). Lehrkräfte können die Aktivität erweitern: Die Schüler*innen recherchieren als Hausaufgabe genauer zu ihrer Stadt oder vergleichen ihre eigenen Kriterien mit den offiziellen Auswahlkriterien der EU. Besonders spannend in Klassen, in denen Schüler*innen persönliche Verbindungen zu verschiedenen europäischen Ländern und Städten haben.