Zusätzliche Materialien
1. Fallbeispiel 1: Wahl der Schülervertretung
An unserer Schule wird jedes Jahr die Schülervertretung gewählt. Alle Schüler*innen dürfen sich als Kandidat*in aufstellen lassen und wählen. Trotzdem wollen nur sehr wenige Schulsprecher*in werden. Viele glauben, dass das nur ein Titel ist und man damit nicht wirklich etwas bewirken oder Probleme an der Schule lösen kann.
Eine Woche nachdem die Wahl angekündigt wurde, erzählen uns unsere Lehrkräfte, dass sich dieses Jahr nur eine einzige Person als Schulsprecher*in beworben hat. Auch für die anderen Ämter, wie Stellvertretung, Schriftführung und Kasse, gibt es nur sehr wenige Kandidat*innen. Die Wählenden haben also kaum eine Wahl! Manche Schüler*innen interessiert das nicht besonders, andere lachen und sagen, man müsse gar nicht wählen, weil sowieso schon klar ist, wer gewinnt.
In derselben Woche beschließen wir im Politikunterricht, uns selbst für verschiedene Ämter aufstellen zu lassen und an unserer Schule wirklich etwas zu verändern. Wir wollen als Team arbeiten, sprechen über die Aufgaben der einzelnen Ämter und verteilen sie so, wie sie am besten zu uns passen. Als Erstes starten wir eine Wahlkampagne, um die Aufmerksamkeit der anderen Schüler*innen zu gewinnen:
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In einer anonymen Online-Umfrage fragen wir die Schüler*innen, welche Probleme sie haben und was man an der Schule Neues schaffen könnte.
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In der ganzen Schule hängen wir Flyer zur Wahl auf.
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Auf Grundlage der Antworten gestalten wir Plakate und Flyer mit realistischen und praktischen Schritten, wie man die Probleme lösen und neue Möglichkeiten schaffen kann.
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Wir treffen uns mit den Lehrkräften und der Schulleitung, um zu besprechen, wie wir unsere Lösungen umsetzen können.
In unserer Kampagne betonen wir auch, wie wichtig demokratische Mitbestimmung ist. So wollen wir die Schüler*innen erreichen, die nicht glauben, dass ihre Stimme und die Schülervertretung etwas bewirken. Unser Motto lautet: „Mitmachen ist das Herz der Demokratie. Veränderung passiert, wenn jede Stimme zählt.“
Das Interesse an der Kampagne wächst von Tag zu Tag. Aus den Antworten in den Umfragen erfahren wir, dass wir als Schüler*innen ganz unterschiedliche Probleme haben. Und wir merken: Die Schülervertretung ist eine wichtige Möglichkeit, bei der Schüler*innen ihre Probleme und Lösungen direkt mit den Lehrkräften und anderen Mitgliedern der Schulgemeinschaft teilen können.
Fragen zum Nachdenken
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Am Anfang wollte nur eine Person Schulsprecher*in werden. Findest du, dass sich Schüler*innen für die Schülervertretung aufstellen lassen sollten? Erkläre deine Meinung.
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Findest du es wichtig, dass alle Schüler*innen bei der Wahl der Schülervertretung abstimmen? Warum?
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Was denkst du darüber, wie die Schüler*innen vor der Kampagne über die Schülervertretung gedacht haben?
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Stimmst du zu, dass die Schülervertretung nur ein Titel ohne echte Bedeutung ist? Erkläre deine Meinung und nenne Gründe dafür.
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Wie könnte man auf demokratische Weise erreichen, dass Menschen Wahlen wichtiger finden?
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Was bedeutet es für dich, dich in der Gesellschaft einzubringen?
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Lernziele |
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Empfohlener Einsatz |
Eignet sich gut als Rollenspiel, bei dem Gruppen eine Probe-Kampagne zu einem echten Problem an ihrer Schule entwickeln. Auch ein toller Gesprächseinstieg vor einer echten Wahl der Schülervertretung. Als Hausaufgabe können die Schüler*innen ein Beispiel für eine Schülervertretung suchen, die etwas Konkretes verändert hat, und es der Klasse vorstellen. |